4:1 - Ice Tigers erzwingen Spiel 6 am Dienstag!

Vor dem fünften Halbfinalspiel gegen die Grizzlys Wolfsburg standen die THOMAS SABO Ice Tigers mit dem Rücken zur Wand, obwohl sie in keinem der vier vorherigen Spiele die schlechtere Mannschaft waren. Dementsprechend groß war der Optimismus in Reihen der Ice Tigers, in der Serie noch einmal zurückzukommen. Im Tor bekam diesmal Andreas Jenike den Vorzug, Valentin Busch kam zu seinem ersten Playoff-Einsatz in der DEL. Bereits nach 52 Sekunden musste Brandon Prust auf die Strafbank, die Ice Tigers überstanden die erste Unterzahlsituation aber schadlos. In der dritten Minute wurde Patrick Reimer von Björn Krupp in die Bande gecheckt und ging benommen vom Eis, kehrte aber kurze Zeit später wieder zurück. Die Ice Tigers erhöhten in der Folge den Druck und gingen in der 6. Minute folgerichtig in Führung. Danny Syvret schaltete während eines schlechten Wolfsburger Wechsels am schnellsten und spielte zu Brandon Prust, der den Puck schnell an Marco Pfleger weiterleitete. Der in den Playoffs so starke Stürmer zog über die rechte Seite zum Tor und jagte einen Handgelenkschuss unhaltbar für Felix Brückmann genau in den Winkel - 1:0 für Nürnberg. Das Team von Rob Wilson setzte nach, Marco Pfleger hatte nach einem Querpass von David Steckel auch die nächste Chance, scheiterte aber an Felix Brückmann (10.). Als Rob Hisey für Wolfsburg auf der Strafbank saß, hatte Steven Reinprecht die Riesenchance zum zweiten Tor, schob den Puck nach einem perfekten Pass von Patrick Reimer vors Tor aber knapp vorbei (14.). Bis zum Ende des ersten Drittels dominierten die Ice Tigers (mal wieder), verpassten es aber, aus der Überlegenheit mehr Kapital zu schlagen. Brandon Prust schoss in der 18. Minute knapp am langen Pfosten vorbei, Patrick Reimer scheiterte an einer starken Reaktion Brückmanns.

Die Ice Tigers starteten mit einer Überzahlsituation ins zweite Drittel, konnten aber nicht so viel Druck entfachen wie im ersten Drittel. Gerade als die Grizzlys wieder komplett waren, konterten sie mit Tempo, Dehner hielt die Kelle vor dem Tor in eine Hereingabe von Brent Aubin, schob den Puck aber am Tor vorbei (23.). Eine Minute später machten die Ice Tigers vor, wie man eine Chance eiskalt ausnutzt: David Steckel setzte sich in der Rundung gegen zwei Wolfsburger durch und leitete weiter zu Brandon Prust, der das Wolfsburger Tor umkurvte und in den Slot zum wartenden Marco Pfleger spielte. Pfleger stoppte die Scheibe und traf aus dem Handgelenk an den Innenpfosten und rein - 2:0 für die Ice Tigers. Nur 86 Sekunden später durften die Fans der Ice Tigers erneut jubeln: Brandon Segal ließ an der blauen Linie für Phil Dupuis liegen, der über die linke Seite zum Tor zog, Patrick Seifert abschüttelte, die Scheibe wunderbar mit dem Schlittschuh mitnahm und aus spitzem Winkel erfolgreich war - 3:0 für Nürnberg. Dass die Drei-Tore-Führung in dieser Serie aber alles andere als eine beruhigende Führung ist, wusste man auf beiden Seiten. Brandon Prust vergab in Unterzahl die Möglichkeit zum vierten Tor, dann schlugen die Grizzlys zu. Marcus Weber brachte den Puck nicht aus dem eigenen Drittel, Jenike parierte zunächst noch großartig gegen Mark Voakes und Brent Aubin, war gegen den zweiten Nachschuss von Philip Riefers aus kurzer Distanz aber machtlos - nur noch 3:1 für die Ice Tigers (32.).

Die Grizzlys machten weiter Druck und kamen dem Anschlusstreffer sehr nahe, als Brent Aubin von der rechten Seite aus dem Handgelenk den Nürnberger Torpfosten traf, die Ice Tigers retteten die Zwei-Tore-Führung aber in die zweite Drittelpause. Nach Strafen gegen Nichlas Torp und Nick Johnson gingen beide Teams mit jeweils vier Feldspielern ins letzte Drittel. Wolfsburg setzte zunächst die Akzente nach vorne, den Ice Tigers reichte aber ein Angriff, um nach 28 gespielten Sekunden zu treffen. Patrick Reimer spielte sich die Scheibe selbst tief, ging hinterher und sah den zum Tor ziehenden Jesse Blacker. Reimers perfekter Querpass kam genau auf die Kelle von Blacker, der direkt abzog und Brückmann flach zum 4:1 überwand. Ein ganz wichtiges Tor für die Ice Tigers, das den Grizzlys die Energie nahm. David Steckel hatte nur wenige Augenblicke später einen Alleingang, wurde im entscheidenden Moment aber von Jeremy Dehner gestört und brachte daher keinen Schuss aufs Tor. Die Grizzlys versuchten zwar immer wieder, sich im Nürnberger Drittel festzusetzen, konnten dabei aber nur wenig Druck auf das Tor von Andreas Jenike erzeugen. Immer wieder kamen die Nürnberger Verteidiger dazwischen und klärten. Bei Konterchancen zeigten sich die Ice Tigers immer wieder gefährlich und hatten daher sogar die besseren Möglichkeiten. Reimer spielte quer in den Lauf von Ehliz, der mit Tempo ins Wolfsburger Drittel kam, kurz verzögerte und dann an Brückmanns Stockhand scheiterte (49.). Die Zeit lief den Grizzlys davon, die Ice Tigers spielten in der Defensive souverän und brachten den deutlichen Vorsprung über die Zeit.

Durch den 4:1-Sieg verkürzen die THOMAS SABO Ice Tigers in der Serie auf 2:3 und haben am DIenstag um 19 Uhr in Wolfsburg die Chance, die Serie noch einmal nach Nürnberg zurückzuholen.

Foto: Steffen Riese

Stimmen zum Spiel:

Pavel Gross (Wolfsburg): Wir müssen am Dienstag wieder mehr machen, dann geht's weiter.

Rob Wilson (Nürnberg): Wir geben nicht auf. Ich habe nach dem Freitagsspiel gesagt, dass wir heute besser sein würden. Und das haben wir geschafft. Genau wie wir am Dienstag besser sein werden. Der Druck war auf Wolfsburger Seite, weil sie uns eliminieren müssen. Wir werden alles versuchen, die Serie nach Nürnberg zurückzuholen.

 

  1. 2. 3. OT PS Ergebnis
Ice Tigers 1 2 1 - - 4
Grizzlys Wolfsburg 0 1 0 - - 1

 

Tore:
Spielstand Zeit Torschütze 1. Assistent 2. Assistent Bemerkung
1:0 05:53 Pfleger Prust Syvret
2:0 23:36 Pfleger Prust Steckel
3:0 25:02 Dupuis Segal
3:1 31:58 Riefers Aubin Voakes
4:1 40:28 Blacker Reimer Reinprecht
Strafen:
Ice Tigers 8 Min
Grizzlys Wolfsburg 8 Min
Allgemeine Informationen:
Zuschauer: 7672
Schiedsrichter: André Schrader, Marian Rohatsch